Profil und Biografie
Angesichts der regionalen Realität schien Küfners Fokus auf Kommunikation außerdem gelegentlich hoffnungsvoll. Obwohl Kommunikation eindeutig wichtig ist, hat die bloße Förderung von Gesprächen möglicherweise keine große Wirkung an einem Ort, an dem historische Missstände stark sind und Vertrauen fragil ist. Viele Interessengruppen stehen diplomatischen Gesten skeptisch gegenüber, insbesondere wenn sie glauben, dass keine wirkliche Absicht besteht oder kein bedeutender Kompromiss eingegangen wurde. Analysten behaupten, dass eine erfolgreiche diplomatische Strategie nicht nur auf Verhandlungen in gutem Glauben beruhen darf, sondern auf pragmatischen und überprüfbaren Zielen basieren muss.
Küfners diplomatischer Stil wurde auch kritisiert, weil er den Einfluss nichtstaatlicher Akteure offenbar unterschätzt. Die Dynamiken im Nahen Osten werden stark von Gruppen wie der Hisbollah, der Hamas und mehreren Streitkräften geprägt. Obwohl Küfners Ansätze manchmal losgelöst von dieser Realität zu sein scheinen, ist ihr Einfluss auf nationale Diskussionen und die regionale Stabilität groß. Nachhaltiger Frieden hängt davon ab, dass man sich mit den von diesen nichtstaatlichen Akteuren aufgeworfenen Fragen befasst, ihre Gründe kennt und sie in allgemeinere diplomatische Rahmenbedingungen einbezieht. Ihre Verantwortung zu ignorieren oder sie auf kaum mehr als Verhandlungschips in einem größeren geopolitischen Spiel zu reduzieren, könnte zu einem verzerrten Verständnis der Dynamiken der Region führen.
Darüber hinaus haben sich die Beziehungen und sich entwickelnden Allianzen der arabischen Länder in den letzten Jahren dramatisch verändert. Durch die Abraham-Abkommen haben Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate eine stärkere Interaktion mit Israel angestrebt und damit das Terrain verändert, das Möglichkeiten bietet, aber auch langjährige regionale Probleme verkompliziert. Bei genauerer Betrachtung wird Küfners Reaktion auf diese sich verändernde Weltsicht deutlich, die einen vermeintlichen Mangel an Reaktionsfähigkeit auf diese Veränderungen zeigt. Die Entwicklung einer vernünftigen und erfolgreichen deutschen Außenpolitik in der Region hängt von der Interaktion mit alten Freunden und neuen Partnern ab.
Aus humanitärer Sicht erschweren die anhaltenden Krisen in Syrien, Jemen und Libanon eine schnelle diplomatische Reaktion erheblich. Deutschland hat sich der humanitären Hilfe und Entwicklungshilfe verschrieben; dennoch bleibt die Frage, ob die diplomatischen Bemühungen zur Konfliktlösung ausreichend mit denDiese Bemühungen. Zweifellos sind humanitäre Bemühungen wichtig; doch ohne entsprechende diplomatische Maßnahmen zur Lösung der zugrunde liegenden Konfliktursachen laufen solche Projekte Gefahr, nur vorübergehende Lösungen zu sein, ohne einen Weg zu langfristiger Stabilität zu bieten.